Was begeistert mich an der Klopfakupressur?

Diese Frage stellte die Veranstalterin des deutschen “Online Klopf-Kongresses” an uns Anwender und bat um Antwort auf diverse Fragen.  Es geht um eine Blogparade und: ja klar… da mach ich doch mit! Wo es doch um mein Herzensthema geht… wie könnte ich da schweigen?! Aber Achtung, liebe Michaela Thiede, es wird lang… so lang wie meine Begeisterung breit ist! Also dann fang ich doch gleich mal an mit der Anwort auf die Frage: Was mich an der Klopfakupressur begeistert.

Zunächst einmal: ist diese Frage wirklich ernst gemeint?

Ich frag das lieber mal nach, denn mir erscheint diese Frage – mit Verlaub liebe Michaela – doch sehr rhetorisch. Oder sagen wir besser: sehr ausufernd 🙂 . Hättest du mich gefragt, was mich NICHT begeistert, wäre es nämlich einfacher. Viel übersichtlicher und ich wäre ganz schnell fertig mit dem Text. So aber weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.

Also kurz gesagt: mich begeistert natürlich ALLES an der Klopfakupressur.

Meine persönlichen Favoriten und Anwendungsmöglichkeiten stelle ich daher nur exemplarisch heraus.

Die Klopfakupressur ist:

leicht zu lernen
überall einsetzbar
einfach immer zur Hand 🙂
bei akuten Beschwerden genauso wirksam wie bei chronischen
ein tolles Mittel zur Selbsthilfe
ein erstklassiges Tool für Therapie und Coaching
zielgerichtet! Richtig angewendet führt sie einen immer dahin, wo man hin will.

Die Klopfakupressur hilft bei:

belastenden und traurigen Gefühlen
Angst in jeder Form – von Angstattacken bis Zitteraalphobie
akuten negativen Emotionen, wie Wut, Ärger, Stress
jeder Art von Überlastung
der Entwöhnung von süchtigmachenden Substanzen
Schmerzen und den psychischen Folgen von Schmerzen

Alte Klopfhasen würden diese Aufzählung der Anwendungsbeispiele für Klopfakupressur bestimmt begeistert verlängern und ihre eigenen Erfolgsgeschichten hervorsprudeln.

Wie kam ich denn überhaupt zum Klopfen?

Die meisten Dinge begegnen einem ja per Zufall. So war es auch bei mir. In meinem Umfeld begann jemand eine Therapie und gestand verschämt, dass man da “so komische Sachen” machen müsse. Äußerst beunruhigt fragte ich nach, was das für komische Dinge seien. Antwort war: “naja, so Stellen klopfen und dann singen und dann zählen. Und das Beste ist: es hilft.”

Aha, dachte ich… Böser Schelm! Zieht braven Bürgern mit dubiosen Mitteln das Geld aus der Tasche und lacht sich still ins Fäustchen.

Doch ein anderer Teil in mir war sofort elektrisiert und schrie: DAS WILL ICH AUCH!

Und ich wusste sofort, dass ich das lernen würde. Ich hatte noch keine Ahnung, was das ist, wie es heißt, wie es wirkt und was das soll. Aber es war klar: das wirst du lernen. Was ich dann auch tat. Bei großartigen Ausbildern, die mich zwar auch oft an meine eigenen Grenzen brachten, aber die mir immer den richtigen Weg zeigten. Und so wurde ich das, was ich heute bin: eine begeisterte Klopfakupressur-Therapeutin und mittlerweile sogar selbst Dozentin in dem Fach mit eigenen Kursen.

Mein Weg mit der EFT Klopfakupressur!

Ich lernte die EFT Klopfakupressur nach Gary Craig gemäß den Regeln des damals noch so genannten EFT D.A.CH. Verbandes. In der stufenweisen Ausbildung lernte ich alles, was es rund ums Klopfen zu wissen gilt.

  • Die Grundregeln und die Prinzipien, wie man achtsam und wertschätzend mit Klienten arbeitet. Der Ehrenkodex für Klopfer.
  • Das Grundrezept. Also das einfache Klopfen mit mehreren Durchgängen für genau benannte Emotionen.
  • Viele Klopftools, also diverse Varianten des Grundrezeptes, die unterschiedliche Wirkung erzielen.
  • Ein großes Thema systematisch einzukreisen und dann gezielt in kleinen Schritten zu bearbeiten.
  • Wie man neue Sichtweisen erarbeitet. Mein absolutes Lieblingsmodul: das Reframing (den Dingen einen neuen Rahmen geben).
  • Besonders schwere Themen wie Trauma oder schlimme Ängste mit distanzierenden Methoden zu bearbeiten und aufzulösen.
  • Durch gezieltes Beklopfen der Vergangenheit heilsame neuronale Verknüpfungen zu schaffen.
» Die Klopfakupressur wende ich täglich in meiner therapeutischen Praxis an

Manchmal kombiniere ich die Klopftechnik mit anderen Verfahren, manchmal aber auch nur ganz pur, in einer der vielen verschiedenen Techniken, die mir mittlerweile zur Verfügung stehen. Dabei verlasse ich mich immer auf meinen Grundsatz: der Klient kennt den Weg. Ich laufe “nur” nebenher und tue meine Arbeit als Begleiter und Fachmann für den Prozess. Für jedes Störungsbild habe ich dabei meine eigenen Klopf-Favoriten, die dann gezielt zum Einsatz kommen. So bleibt die Arbeit abwechslungsreich und spannend. Für mich und hoffentlich auch für meine Klienten.

» Zur Selbsthilfe biete ich Live-Workshops an

In kurzen Workshops in der Praxis vermittle ich die “Klopfakupressur für Selbstanwender.” So helfe ich mit, Menschen mit diesem genial einfachen Werkzeug für ihren Alltag auszurüsten. Einmal richtig erlernt, kann sich jeder bei kleinen oder auch größeren Beschwerden und Themen dann selbst helfen und ich bleibe als möglicher Ansprechpartner immer vor Ort bei Fragen oder Problemen. Wenn das Interesse richtig groß ist, erweitere ich die Workshops mit “Tools für Fortgeschrittene.”

» Weil ich es so gut finde, biete ich auch Kurse  für Therapeuten an

In Zusammenarbeit mit einer Heilpraktikerschule biete ich online Webinare an zum Thema Klopfakupressur. Da verpacke ich all mein gesammeltes Wissen praxisnah und genau aufbereitet in spezielle Kursen, die eine gezielte Hilfestellung im Praxisalltag bieten sollen. Das macht mir so viel Spaß und ich habe noch so viele Ideen dazu, dass ich mich ab September damit sogar auf eigene Füße stelle. Für Therapeuten und Berater biete ich dann Fachfortbildungen in Klopfakupressur als online-Kurse an.

Ganz abgestimmt auf die Fachfortbildungen finden auch live-Workshops in meiner Praxis statt. Meine Räume geben den Platz für 8 Personen gut her und das ist auch genau die richtige Gruppengröße für mich, damit alle einen wertvollen Nutzen aus den Tagen ziehen können. Mit Kolleg*Innen gemeinsam zu wachsen verleiht Flügel!

 

Was ist in meinen Augen das Tollste am Klopfen?

Spontane Antwort: Es ist das Tempo!

Ich mag es, wenn Hilfe schnell und wirksam erfolgt. Jahrelanges Stochern in schlimmen Dingen widerspricht meiner Natur. Natürlich braucht alles seinen Raum und den gebe ich auch. Aber es widerstrebt mir, Leid und traurige Emotionen länger als nötig aufrecht zu erhalten. Und die Arbeit mit der Klopfakupressur erlaubt es, das traurige Erlebte ausreichend zu würdigen und zu verarbeiten und danach zügig zum Positiven zu wechseln.

» Ich will am Ende immer ans Licht und das so schnell, wie es das Problem hergibt

Dafür benutze ich ganz häufig das gnadenvolle Tool des “Reframing”. Dingen, – also in diesem Fall Ansichten und fest eingefahrenen Meinungen – einen neuen Rahmen zu geben ist sehr erfrischend und schafft gute Momente. Und ja, auch in der Therapie gibt es richtig gute Momente! Man darf auch in der Therapie lachen und augenzwinkernd neue Wege einschlagen. Es tut auch richtig gut, selbst nach einem sehr ernsten Thema in den letzten Minuten so gut es geht zum Humor zurück zu finden. Lachen ist schließlich gesund. Klopfend zu lachen ist nochmal eine andere Hausnummer, das muss man erlebt haben.

» Verblüffend schnell am Kern eines Problems…!

Meine Anfangsfrage bei einer ersten Sitzung ist in der Regel: Was ist das Problem?

Die heimliche Lieblingsfrage ist jedoch die zweite, gleich danach: Was ist das Problem am Problem?

Das Problem am Problem ist nämlich in Wahrheit das eigentlich Wichtige. Sie glauben es nicht? Stellen Sie sich vor, Sie hätten Übergewicht. Dann antworten sie auf Frage 1 mit: “Ich habe 10 Kilo zuviel auf der Waage und ich will abnehmen.”

Problem genannt.

Das klingt zunächst auch schlimm, aber in Wahrheit ist es noch nicht das, was Sie wirklich berührt.

Die Antwort auf Frage 2 bringt es dann an den Tag: “Ich mag mich so nicht mehr und bin sehr verzweifelt und schäme mich.

Hier spüren und zeigen Sie die Emotion und da packen wir dann an.

Und mit der Klopftechnik kommt man eben immer ganz schnell genau dahin, wo es wirklich weh tut und das spart ziemlich viel Zeit. Die kann man dann sehr viel sinnvoller dazu verwenden, das Problem anzugehen und möglichst zu lösen.

» Das kann doch gar nicht sein…!?

In der Ausbildung lernten wir, immer den SUD (also den Stresswert zwischen 0-10) eines Problems zu bestimmen, bevor wir anfangen zu arbeiten. Nun könnte man denken, das geschehe rein aus dem Zweck der eigenen Erfolgskontrolle. Aber mittlerweile dient es mir nur noch dafür, dem Klienten zu zeigen, dass er mit “9” beginnt und mit “1” oder sogar “0” endet. Manchmal kann man tatsächlich eine tiefe Emotion innerhalb einer Sitzung (60 Minuten) auflösen bis “0”. Das erscheint manchen Menschen dann sehr unwahrscheinlich und sie können kaum glauben, dass das Problem nun anhaltend “verschwunden” sein soll.

Die Wirkweise der Klopftechnik zu erklären ist deshalb immer wieder Bestandteil einer Sitzung, um das Geschehene nachvollziehbar zu machen. Zum Glück wächst im Laufe einer Behandlung aber das Vertrauen in die Methode und somit wird es immer leichter. Richtig erfolgreich sehe ich meine Arbeit dann, wenn die Klienten fortan im Alltag das “kleine Klopfen zwischendurch” so selbstverständlich anwenden, wie das Zähneputzen morgens.

 

Welche Erfahrung hat mich besonders berührt?

Also hier sollte ich vielleicht die Arbeit mit meinen eigenen Themen erwähnen.

In der Praxis gibt es so viele schöne Erfahrungen, dass es unfair wäre, eine davon besonders herauszustellen. Es ist immer ein Highlight, wenn schwere Dinge sich verabschieden.

Aber für mich persönlich kann ich natürlich schon sprechen. Am faszinierendsten fand ich die Momente der “plötzlichen Erkenntnisse”. Ich startete mit einem Thema, einer Emotion oder einem Ereignis und plötzlich ging eine Art Lichterbaum auf, wenn die Assoziationsketten uralte Dinge ans Licht holten. Völlig vergessene und verschüttete Erlebnisse zeigten sich während der Klopfsequenzen und plötzlich war der Zusammenhang so sonnenklar, dass es absolut logisch war, das Problem nun gehen zu lassen.

Es gäbe in der Tat einige solcher AHA-Momente zu erzählen und ich erinnere mich gut, dass ich mehr als einmal Gänsehaut bekam, weil Geschichten plötzlich so tiefen Sinn ergaben und damit ein Stück Selbstverständnis erobert war. Und mit Selbsterkenntnis kann ich persönlich immer viel anfangen, denn sie verändert den zukünftigen Weg.

 

Warum würde ich die Klopfakupressur Jedem empfehlen?

Klare Antwort: Einfach deshalb, weil sie wirkt!

  • Selbstanwender können damit im Alltag kleine Störungen erfolgreich beheben und ohne großen Aufwand selbst in ihre seelische Gesundheit investieren.
  • Therapeuten und Coaches bekommen ein zuverlässig wirksames Handwerkszeug mit großem Spielraum und hohem Potenzial für allerlei Störungsbilder an die Hand 🙂 .  Das Sprichwort “Gegen alles ist ein Kräutlein gewachsen” lässt sich in der Klopfakupressur abwandeln in “Für alles ist das richtige Klöpferchen erfunden”.

 

In diesem Sinne trage ich gerne mit dazu bei, dass die Zahl der aktiven Klopffans anwächst und hoffe sehr, dass mein Artikel dem Ein oder Anderen (wieder) (mehr) Appetit auf`s Klopfen gemacht hat!

 

Herzlichst,

Regina Herzog-Visscher

 

p.s.: Falls Sie Neuling sind und weiterführende Informationen zur Klopfakupressur selbst möchten, schauen Sie doch in meine Seite EFT Klopfakupressur hinein.

p.p.s: Falls Sie als Therapeut mehr zu meinen Ausbildungskursen erfahren möchten, schauen Sie doch auf meine gerade entstehende Homepage für Klopfakupressur-Fachfortbildungen. Sie finden die Kurse auf www.klopfakupressur-fachfortbildungen.de wenn es soweit ist.

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Annette Herzberg
    Juni 16, 2019 7:26 am

    Liebe Regina, wieder ein so ansprechender und schöner Artikel von dir, der nicht nur ein Lächeln ins Gesicht zaubert, sondern Mut macht und Motivation vermittelt, den Weg in Therapie und Praxis mit genau dieser Methode immer wieder bewusst zu wählen und zu gehen, trotz gelegentlicher Blockaden und Hemmnisse, die sich da auch immer wieder mal auftun. By the way, hierbei wiederum hilft das ganz neu erschienene Buch “Klopfen ist Bullshit?” von Michaela Thiede hervorragend – mit klaren Ansagen und einem wahren Fundus an Übungsmöglichkeiten für jedes Stadium der “Klopfverzögerung”! Ja, genau so habe ich die Klopfakupressur kennen und schätzen gelernt, aus dieser deiner persönlichen Haltung heraus und in der intensiven Begleitung durch dich, liebe Regina, stets mit sehr viel Professionalität, Wertschätzung, Respekt und auch Humor – in guten wie in schwierigen Lebenszeiten 🙂
    Vielen Dank für deine wertvolle Arbeit und deine Klarheit und Offenheit und natürlich weiterhin viel Freude bei all deinem Tun und viel Erfolg auf den neuen Wegen! Erwartungsvoll gespannt auf dein künftiges Angebot auf der neuen Plattform grüße ich dich heute ganz herzlich, Annette

    Antworten
    • Regina Visscher
      Juli 2, 2019 10:29 am

      Liebe Annette, vielen Dank für deine lebendige Rückmeldung auf meinen Artikel 🙂 Ich freue mich, wenn du ihn als Ansporn und Motivationsschub siehst. Ich bin sicher, dass du die Klopfakupressur auf deine ganz besonders Weise mit viel Liebe und Freude in deiner Praxis anwendest. Auf deinem persönlichen und therapeutischen Weg wünsche ich dir ganz viel Erfolg und Erfüllung! Liebe und kollegiale Grüße, Regina

      Antworten
  • Dorothea Rose
    Juli 8, 2019 3:05 pm

    Liebe Regina, danke für diese ausführliche Liebeserklärung an die Klopferei. Ich bin so froh, dass ich “zufällig” in Deinen Vortrag zu Sucht und Craving gestolpert bin und so EFT kennenlernen durfte. Dass ich Dich auch noch persönlich kennenlernen durfte, war das Sahnehäubchen auf dem Zuckerguss. Ich freue mich riesig auf die Klopf-Woche und darauf, was ich alles lernen werde!

    Antworten
    • Regina Visscher
      Juli 9, 2019 9:43 am

      Liebe Dorothea, ich danke dir für deinen schönen Kommentar! Ja… die Wege sind “zufällig” und es ist großartig, wenn einem dann viel Gutes zu-fällt und das weitere Leben ein wenig lenken darf. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude am zugefallenen EFT und Erfolg in der Praxis damit! Liebe Grüße, Regina

      Antworten

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